Das wahrhaftige Wunderbare

Das wahrhaftige Wunderbare

Das wahrhaftige Wunderbare

 

Lasst mich noch einmal auf die Pareidolie, die einen riesigen Krebs auf Mars erscheinen lässt zurückkommen. Sie ist symptomatisch für das Phänomen in Mustern und Dingen bekannte Motive zu entdecken und sie erlaubt uns, unsere Gedankengänge auf die Frage zu erweitern, was wir entscheiden zu glauben oder nicht.

Die Möglichkeit außerirdischen Lebens ist mit dem Phänomen „Ufo“ besonders seit den 1950er Jahren eine der am meisten geteilten Überzeugungen weltweit geworden - vor allen Religionen und Ideologien. Wie die Soziologen sagen, diese Überzeugung „transzendiert die Gräben“ so, dass man an Jehovah oder Allah glauben kann oder selbst Atheist sein kann und gleichzeitig, um es kurz zu machen, an die „kleinen grünen Männer“ glauben kann.

Man findet viele Spuren in den fiebrigen Reden der Wissenschaftler, die Exoplaneten suchen, sowie hypothetische Dimensionen uns unbekannter Welten und parallele Universen; aber auch in der Prä-astronautik, die sich damit beschäftigt, dass in der Frühzeit der Menschheit außerirdische Intelligenzen die Erde besucht haben. Dies ist sogar die Existenzberechtigung einer neuen Religion geworden, der Raelbewegung, die sich zweckmäßig damit beschäftigt, diese neue Masse von Gläubigen untereinander zu verbinden (Religion kommt aus dem Latein und kann von dem Wort relingare „zurückverbinden“ abgeleitet werden).

Das erinnert mich an eine kleine Anekdote bezüglich Cezanne. Um 1900 wurden seine Gemälde von einer einhelligen Kritik als unvollendet, miserabel und skandalös abgestempelt.

30 Jahre später wurde Cezanne als der größte europäische Maler geschätzt. Seine Gemälde sind nicht geändert worden – der Blick auf sie hatte sich verändert!

Alles ist im Blick!

Der Frühastronaut sieht Ufos in den Fresken des 17. Jahrhunderts, ein Dorfbewohner des Quattrocento sieht in einer Erscheinung im Himmel den Flug einer Hexe.

Bekämpft David Vincent, der Held der berühmten Fernsehserie meiner Kindheit „Invasion von der Wega“ bizarre Wesen von einem anderen Planeten oder leidet er unter akuter Paranoia?

 

Zu wissen, dass unsere Sinne uns in die Irre führen, ist nicht immer, aber oft, ein guter Anfang, um sich mit irgendeinem Wissen auseinander zu setzen.

Der Glauben darf nicht darin bestehen, seinen kritischen Geist zu vergessen zugunsten eines verfälschten Wunderbaren.

Das beste Argument (ich sage nicht Beweis) gegen außerirdisches Leben habe ich einmal in Salvador Dalis Geständnissen an Louis Pauwels gefunden (Dali m’a dit):

"Ich kann keine Pluralität bewohnter Welten zulassen. Wenn man mir antwortet, dass das Wimmeln von Galaxien die Hypothese vorstellbar macht, ist mein höchstes Argument, dass das Unvorstellbare größere Chancen hat wahr zu sein. Gemessen am Kosmos, hat nur das Fantastische eine Chance wahr zu sein. Und das Fantastische wäre eben genau, dass nur EINE Welt von Milliarden und Milliarden bewohnt ist.“

Wunderlich, oder?

Das Wunderbare, das wahrhaftige Wunderbare wäre es nicht, dass wir ALLEIN sind?

GANZ ALLEIN?

Forsetzung folgt...

Pierre de Mougins

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